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Er kann fauchen, gurgeln und spucken – der 3.142 Meter hohe Vulkan Gunung Agung auf Bali. Im Sommer 2009 zeigte er sich von seiner friedlichen Seite. Stefanie Baumgartner aus München wählte allerdings eine abenteuerliche Variante des Gipfelsturms. Die 20jährige VWL-Studentin hat damit bei der Aktion „Abenteurer gesucht“ von Red Bull Flügelsammler gewonnen.

Um 22 Uhr brechen mein Freund und ich in Ubud, einer 30.000 Einwohner-Stadt knapp 30 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Denpasar, auf, um den höchsten Berg von Bali zu besteigen: den aktiven Vulkan Gunung Agung. Kurz vor dem Tempel Besakih steigen wir auf Mopeds um. Als der Weg endet, zieht sich unser Guide eine schwarze Guerilla-Maske über und sagt „Let’s go“. Schon war er weg. Um nicht alleine in der völligen Finsternis stehen zu bleiben hetzen wir ihm hinterher, hinein in das schwarze Dickicht.

Der „Weg“ führt durch dichten Dschungel und ist sehr steil. Die Pflanzen streichen uns ständig ins Gesicht. Im Hintergrund hören wir Affen schreien. Es ist kurz vor Mitternacht. Wir haben keine Ahnung, wem wir hinterher jagen und wo wir eigentlich sind, aber stehen bleiben ist angesichts der Orientierungslosigkeit inmitten des Dschungels auch keine Option. Der Puls rast sicher nicht nur aufgrund des rasanten Tempos.

Nach ungefähr 1 Stunde im Adrenalin-Rausch bleibt die schwarz gekleidete Gestalt vor uns endlich stehen. „This is the temple where we pray before the ascent.“ Von hier geht es nach einer kurzen Verschnaufpause weiter. Langsam lernen wir unseren Guide auch besser kennen. Er heißt Wayan, ist Bauer und hat eine kleine Tochter. Und eine enorme Kondition. Bis 4 Uhr früh legen wir 2.000 Höhenmeter zurück. Bei einer kleinen Höhle machen wir eine Pause. Trotz des Kaffees, den Wayan uns braut, schlafe ich kurz ein. Es ist eiskalt und Wayan mit seiner primitiven Ausrüstung friert sichtlich.

Schließlich geht es über einen steilen, ausgesetzten Grat weiter auf den höchsten Punkt des Vulkans. Dort genießen wir als einzige den Sonnenaufgang und eine herrliche Sicht über Bali, die Nachbarinsel Lombok und das Meer. Der Abstieg ist steil und mühsam. Mit einem ordentlichen Trinkgeld und ein paar unserer Ausrüstungsgegenstände verabschiedet sich unser Guide von uns. Die Heimfahrt im verrückten, balinesischen (Links-)Verkehr fordert die letzten Energiereserven nach einer durchwachten bzw. durchwanderten Nacht. Zwanzig Stunden nach unserem Aufbruch kehren wir wieder nach Ubud zurück.
 

Die Flügelsammler-App findet ihr unter: http://apps.facebook.com/fluegelsammler
 


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