Red Bull BC One Dean Treml

Er ist das Wunderküken der Berliner Breakdance-Meister Flying Steps. Und mit 18 bereits einer der besten B-Boys der Welt. Nächsten Mittwoch tritt er beim Red Bull BC One in New York gegen die 15 Größten seiner Zunft an. Im Vorab-Interview spricht der Saarbrücker über sein hartes Training, die koreanische Konkurrenz und NYC-Shopping.

Lil Ceng, nächste Woche trittst du als einer von 16 B-Boys beim Red Bull BC One an. Du steckst vermutlich schon voll in den Vorbereitungen?
Genau. Ich bin die ganze Zeit am Trainieren. In den letzten Wochen waren wir mit den Flying Steps zwar die meiste Zeit auf Tour in Kanada und Irland, aber jetzt, die letzten Tage vor dem Red Bull BC One, nehme ich mir so viel Zeit wie möglich dafür.

Wie sieht dein momentaner Tagesablauf aus?
Wenn ich aufstehe, geh ich erstmal joggen, mache Liegestütze und Situps. Kondition ist beim Breakdance besonders wichtig. Dann mach ich mich warm, fang an zu tanzen und gehe meine Sets durch. Meistens in der Flying Steps Dance Academy in Kreuzberg, gelegentlich aber auch bei mir daheim in Charlottenburg.

Spielt bei der Vorbereitung auf einen derart wichtigen Contest auch die Ernährung eine Rolle?
Klar, da achte ich sehr darauf. Nicht zu viel Brot, wenig Fettiges, dafür viel Fleisch, weil das Power gibt. Oder Gesundes, wie Salat oder Obst. Wenn du viel unterwegs bist, dann ist es oft etwas schwierig, Überblick über die Ernährung zu behalten. Aber wenn ich in Berlin bin, dann koch ich meistens selbst mit meinem Flying-Steps-Kollegen Benny in unserer WG.

Was machst du denn abends? Beziehungsweise in den Momenten, in denen grad mal nicht Breakdance angesagt ist?
Genau wie am Morgen: Konditionstraining. Situps, Übungen für die Bauchmuskeln. Danach schlafe ich meistens sehr gut. Und wenn ich wirklich mal abschalten will, dann gehe ich auf Partys.

Erzähl mal, mit welchen Moves wirst du diesmal beim Red Bull BC One glänzen?
Schwer zu sagen, du musst dich immer auf deinen Gegner einstellen. Und noch kenne ich meine Kontrahenten nicht, die Duelle werden erst in New York ausgelost. Ich muss auf alles gefasst sein. Und gerade beim ersten Battle holt jeder die besten Sachen raus, da ist die Gefahr richtig groß, auszuscheiden.

Und du entscheidest eigentlich erst auf der Bühne, wie du deine Show anlegst?
Nein, ganz so ist es auch nicht. Einen Tag davor wird dir gesagt, gegen wen du antrittst. Und weil ich alle meine BC-One-Kollegen kenne und ihren jeweiligen Tanzstil genau studiert habe, überleg ich mir mein Programm dann schon am Tag vor dem Wettbewerb. Trotzdem ist es eine große Herausforderung: Jeder Tänzer hat andere Stärken und Schwächen.

Wo würdest du heuer deine eigenen Stärken verorten?
Meine Stärken sind ganz klar Power-Moves. Ich bin heuer auch im Tänzerischen sehr gut, das heißt, im flüssigen Verbinden verschiedener Flips und Schritten.

Wer wird heuer dein stärkster Konkurrent sein?
Alle sind stark! Aber die Koreaner sind echt krass! Die tanzen sehr sauber und gut. Bei den Amerikanern bin ich schon sehr auf Cloud gespannt. Aber ganz ehrlich, wirklich alle sind dieses Jahr richtig gefährlich.

Letztes Jahr in Paris bist du im Halbfinale ausgeschieden ...
In dem Moment war das schon sehr hart, natürlich wollte ich gewinnen. Aber ich war einfach nicht gut genug vorbereitet, was wohl am vielen Touren kurz vor dem Wettbewerb lag. Ich hatte das Training etwas vernachlässigt, ich war müde wegen den Jetlags, einfach echt erschöpft. Heuer wird das anders sein.

Warst du denn schon einmal in New York?
Nein.

Mal abgesehen vom BC One: Worauf freust du dich am meisten?
Ehrlich gesagt aufs Shopping. Ich hab gehört, man kann dort richtig gut Klamotten und Sneakers einkaufen. Vor allem ist es halt sehr aufregend für mich, weil New York die Wiege des Breakdance ist. Ich freue mich schon irrsinnig!

www.redbullbcone.com
 


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